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Paul Musasizi hat Ugandas erstes Elektroauto gefertigt.

Stol­zer Kon­struk­teur:Paul Mu­sa­si­zi hat ge­mein­sam mit 15 Stu­den­ten und Mit­ent­wick­lern Ugan­das ers­tes Elek­tro­au­to ge­fer­tigt. ©: Tyl­le

Ein Elek­tro­au­to für Ugan­da

Die Zu­kunft ist qu­ietsch­grün. Sie hat vier Rei­fen, heißt Ki­i­ra und soll als ers­tes Elek­tro­au­to für die Mas­sen­pro­duk­ti­on in Ugan­da für ei­ne Re­vo­lu­ti­on auf den Stra­ßen sor­gen. 15 Stu­den­ten rund um den For­schungs­lei­ter Paul Mu­sa­si­zi ha­ben die Vi­si­on auf Rä­d­ern ge­baut.

Die Stra­ßen vol­ler Schlaglöcher, Stro­m­aus­fäl­le an der Ta­ges­ord­nung – All­tag in Afri­ka. Wer kä­me da auf die Idee, aus­ge­rech­net ein Elek­tro­au­to als zu­kunfts­wei­sen­des Pro­dukt zu bau­en? Paul Mu­sa­si­zi, der tech­ni­sche Lei­ter des For­schung­s­pro­jekts an der Uni­ver­si­tät Ma­ke­re­re in der Haupt­stadt Kam­pa­la. Ge­mein­sam mit dem De­sig­ner Ri­chard Mad­an­da, mit Ma­schi­nen­bau­ern, In­ge­nieu­ren, Ar­chi­tek­ten, IT-Spe­zia­lis­ten und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­lern ha­ben sie Ki­i­ra auf den Weg ge­bracht. „So ein in­ter­dis­zi­p­li­nä­res Pro­jekt hat es in Afri­ka bis­her kaum ge­ge­ben“, er­zählt Mu­sa­si­zi. Aber um Ki­i­ra auf Ugan­das Stra­ßen zu brin­gen, stand die Zu­sam­men­ar­beit au­ßer Fra­ge. Zu groß wa­ren die Vi­si­on und das Ziel: „Wir woll­ten ei­ne bil­li­ge und um­welt­f­reund­li­che Al­ter­na­ti­ve zu den im­por­tier­ten Au­tos schaf­fen“, be­rich­tet der For­schungs­lei­ter. Die Im­port­wa­gen ka­men meist aus Ja­pan, doch nach der Atom­ka­tastro­phe von Fu­kus­hi­ma stie­gen die Prei­se für die Au­tos. Hin­zu ka­men wach­sen­de Ben­zin­kos­ten. Und noch et­was ist Mu­sa­si­zi wich­tig: „Wir wol­len der Welt zei­gen, dass auch wir das Know-how für sol­che tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen ha­ben.“ Sch­ließ­lich müs­se man sich auch in Afri­ka drin­gend et­was ein­fal­len las­sen, um die Luft­ver­sch­mut­zung zu be­kämp­fen.
Die Tei­le für Ki­i­ra ha­ben die Tüft­ler in der gan­zen Welt zu­sam­men­ge­kauft, doch künf­tig soll al­les, was für die Pro­duk­ti­on be­nö­t­igt wird, in Ugan­da her­ge­s­tellt wer­den. Mu­sa­si­zis Vor­bild sind die Chi­ne­sen: „Die bau­en doch auch mitt­ler­wei­le al­les selbst, was früh­er nur in In­du­s­trie­län­dern wie Deut­sch­land her­ge­s­tellt wur­de“, sagt er. Der Strom für Ki­i­ra soll aus ei­nem noch neu­en Was­ser­kraft­werk am gleich­na­mi­gen Was­ser­fall na­he Kam­pa­la kom­men. Der ers­te Ki­i­ra ist mitt­ler­wei­le vom Cam­pus ge­rollt; spä­tes­tens im Jahr 2016 soll die Mas­sen­pro­duk­ti­on in Ugan­da lau­fen, wenn es nach Mu­sa­si­zi und sei­nem Team geht. Staats­prä­si­dent Yo­we­ri Mu­se­ve­ni hat das Pro­jekt bis­lang mit um­ge­rech­net rund 120.000 Eu­ro ge­för­dert. Denn Ki­i­ra passt ge­nau in sei­nen Plan: Der Staats­chef will das bis­her land­wirt­schaft­lich ge­präg­te, bet­tel­ar­me Ugan­da zu ei­nem Land mit ei­ner brei­ten, städ­ti­schen Mit­tel­schicht ent­wi­ckeln. Bis da­hin ist der Weg noch weit, doch Paul Mu­sa­si­zi hält an sei­nem Traum fest. (hm)

Alejandro Doron und seine Familie wollen in Dwarf Cit auf den Philippineny, einem Dorf für Kleinwüchsige, leben.

Hoff­nungs­voll: Ale­jan­dro Do­ron und sei­ne Fa­mi­lie wol­len in Dwarf Ci­ty le­ben. ©: Ho­dal

Der Traum vom ei­ge­nen Dorf

Man könn­te die Plä­ne des Per­ry Ber­ry und der knapp 50 Fa­mi­li­en, die in der Klein­wüch­si­gen-Ve­r­ei­ni­gung LPAP auf den Phi­l­ip­pi­nen zu­sam­men­ge­sch­los­sen sind, als ver­rückt be­zeich­nen. Ge­plant wird in den Ber­gen von Mon­tal­ban ein Dorf aus­sch­ließ­lich für Klein­wüch­si­ge, mit kom­p­let­ter In­fra­struk­tur und Ge­bäu­den in skur­ri­len For­men wie Pil­ze oder Schu­he. Ein­nah­men aus Tou­ris­ten­be­su­chen sind die Vor­aus­set­zung für den Wunsch nach fi­nan­zi­el­ler Un­ab­hän­gig­keit und ei­nem Le­ben oh­ne Dis­kri­mi­nie­rung. „Vie­le, wenn sie über­haupt ei­nen Job be­kom­men, ar­bei­ten in der Un­ter­hal­tungs­bran­che und füh­len sich zur Schau ge­s­tell­t“, sagt Mr. Ber­ry. „Es ist bes­ser, wenn wir zu­sam­men­le­ben, denn wir sind ei­ne gro­ße Fa­mi­lie.“ Zur Rea­li­sie­rung ih­rer un­ge­wöhn­li­chen Idee hat sich die LPAP auch an die ört­li­che Stadt- und Woh­nungs­bau­be­hör­de ge­wandt. Dort will man die Plä­ne prü­fen. (dr)

Me­xi­ko: Men­schen­ge­mach­te Tra­gö­d­ie

Seit an­dert­halb Jah­ren hat es in Tei­len Nordme­xi­kos nicht mehr ge­reg­net. Mensch und Tier lei­den un­ter den Fol­gen der sch­limms­ten Dür­re seit 70 Jah­ren. Die Na­tur­ka­tastro­phe legt scho­nungs­los die Ver­säum­nis­se von Po­li­ti­kern und Bau­ern of­fen.

Auf mehr als der Hälf­te des me­xi­ka­ni­schen Ter­ri­to­ri­ums las­tet ei­ne Dür­re. Im be­son­ders be­trof­fe­nen Bun­des­staat Chi­hua­hua brach die Ern­te ein: Die Mai­s­pro­duk­ti­on fiel von den üb­li­chen 150.000 auf ge­ra­de mal 500 Ton­nen, die Boh­nen­ern­te von durch­schnitt­lich 80.000 bis 120.000 Ton­nen auf 20.000 Ton­nen. 2011 sol­len Me­di­en­be­rich­ten zu­fol­ge in Chi­hua­hua 28 Men­schen an Un­te­r­er­näh­rung ge­s­tor­ben sein, seit Be­ginn die­ses Jah­res wei­te­re sechs. 2,5 Mil­lio­nen Men­schen ha­ben kei­nen Zu­gang zu fri­schem Trink­was­ser. Die Zei­tung „El Uni­ver­sal“ be­rich­te­te au­ßer­dem, al­lein im Bun­des­staat Du­r­an­go sei­en 50.000 Rin­der ve­r­en­det. Fa­tal sind die­se Zah­len vor al­lem für das In­dia­ner­volk Ta­ra­hu­ma­ra. Schät­zungs­wei­se 220.000 von ih­nen le­ben in den Ber­g­re­gio­nen der Si­er­ra Mad­re Oc­ci­den­tal. Doch die Fel­der an den Berg­hän­gen sind ver­dorrt. Prä­si­dent Fe­li­pe Cal­derón hat in­zwi­schen ein Hilf­s­pro­gramm mit ei­nem Vo­lu­men von zwei Mil­li­ar­den Eu­ro auf den Weg ge­bracht. Auch der an­g­ren­zen­de ame­ri­ka­ni­sche Bun­des­staat Te­xas ist von der Dür­re be­trof­fen. Al­ler­dings sind die Fol­gen hier weit we­ni­ger gra­vie­rend als in Me­xi­ko. Für den me­xi­ka­ni­schen Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Fran­cis­co Ma­yor­ga ver­weist dies auf die men­sch­li­che Be­tei­li­gung an der Tra­gö­d­ie. Re­gie­rung und Land­wir­te sei­en für die Hun­gers- und Was­ser­not ver­ant­wort­lich, so Ma­yor­ga. Die zu­neh­men­den Fleisch­ex­por­te hät­ten zur Fol­ge, dass das oh­ne­hin kar­ge Wei­de­land im Nor­den Me­xi­kos von im­mer grö­ße­ren Vieh­her­den über­be­völ­kert wird. „Der über­nutz­te, kahl ge­fres­se­ne Bo­den ist dem Wind schutz­los aus­ge­setzt und ero­diert zu­neh­men­d“, er­klär­te Ma­yor­ga. Ei­nen wei­te­ren Grund für die ka­tastro­pha­len Fol­gen der Dür­re sieht der Po­li­ti­ker in den so ge­nann­ten Eji­dos, das sind Grund­stü­cke, die ei­nem Kol­lek­tiv ge­hö­ren und ge­mein­sam ge­nutzt wer­den. Sie sol­len mög­lichst vie­len ver­arm­ten Klein­bau­ern Zu­gang zu Bo­den ver­schaf­fen. Al­ler­dings ist der Er­trag der Eji­dos ge­ring. Ma­yor­ga will sie des­halb ab­schaf­fen.
Die bis­he­ri­ge Agrar­po­li­tik sei völ­lig ir­ra­tio­nal, da­von ist auch der Agrar­ex­per­te Ma­nu­el Mo­l­a­no vom In­sti­tut für Wett­be­werbs­fähig­keit in Me­xi­ko-Stadt über­zeugt. Der Staat schüt­te Mil­lio­nen von Sub­ven­tio­nen an nicht-wett­be­werbs­fähi­ge Klein­bau­ern aus, um zum Bei­spiel Mais an­zu­bau­en. Mitt­ler­wei­le wer­de aber et­wa die Hälf­te des be­nö­t­ig­ten Mai­ses aus den USA ein­ge­führt. Me­xi­ko sol­le viel­mehr ei­ne Land­wirt­schaft be­t­rei­ben, für die die na­tür­li­chen Be­din­gun­gen bes­ser sei­en. (no)

Stand­punkt zur La­ge in Me­xi­ko

Von Pa­ter Klaus Vä­thrö­der SJ, Lei­ter der Je­sui­ten­mis­si­on Nürn­berg

Die Je­sui­ten­mis­si­on un­ter­stützt seit vie­len Jah­ren das Kran­ken­haus Ta­ra­hu­ma­ra in Nordme­xi­ko, be­nannt nach den dort le­ben­den Ta­ra­hu­ma­ra-In­dia­nern. Des­sen Lei­te­rin, Schwes­ter Eva Muñoz Pe­rez, be­rich­tet: „Es gab ei­nen to­ta­len Ern­te­aus­fall. Die Si­er­ra Ta­ra­hu­ma­ra wur­de zum Hun­gers­not­ge­biet er­klärt. Vor al­lem Kin­der und al­te Men­schen er­kran­ken auf­grund von Un­te­r­er­näh­rung.“ In den Me­di­en war be­reits von Hun­ger­to­ten und ei­ner Selbst­mord­wel­le aus Ver­zweif­lung die Re­de. Ken­nern der La­ge, et­wa dem Bi­schof von Ta­ra­hu­ma­ra oder mei­nem Mit­bru­der Pe­dro de Ve­las­co SJ, geht da die Hut­schnur hoch. Sie kri­ti­sie­ren, dass die Ta­ra­hu­ma­ra zu hil­f­losexo­ti­schen Op­fern de­gra­diert wer­den. Ihr Le­bens­raum wur­de durch Ab­hol­zung und Aus­beu­tung sys­te­ma­tisch zer­stört, die Ta­ra­hu­ma­ra ver­drängt und ver­ach­tet. Ein Schick­sal, das sie mit in­di­ge­nen Grup­pen auf der gan­zen Welt tei­len. Nicht Mit­leid ist ge­fragt, son­dern un­se­re So­li­da­ri­tät und Be­reit­schaft, von ih­rer Kul­tur, ih­rem Le­ben und ih­rem Reich­tum zu ler­nen.

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Neuer Freiwilligendienst
Die katholischen Hilfswerke, Kindermissionswerk und missio Aachen, starten ein Freiwilligenprogramm im Ausland. Das Programm wird beim Katholikentag in Mannheim offiziell beginnen und soll künftig 20 bis 25 Jugendliche pro Jahr vermitteln.

Auszeichnung für Kräutler
Erwin Kräutler CPPS, Bischof von Altamira-Xingu im Amazonasgebiet, erhält den Preis der „my way“-Stiftung. Die Auszeichnung werde für seinen „Einsatz für faire Lebensbedingungen der indigenen Völker Nordbrasiliens“ vergeben.

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