![]() Stolzer Konstrukteur:Paul Musasizi hat gemeinsam mit 15 Studenten und Mitentwicklern Ugandas erstes Elektroauto gefertigt. ©: Tylle |
Ein Elektroauto für UgandaDie Zukunft ist quietschgrün. Sie hat vier Reifen, heißt Kiira und soll als erstes Elektroauto für die Massenproduktion in Uganda für eine Revolution auf den Straßen sorgen. 15 Studenten rund um den Forschungsleiter Paul Musasizi haben die Vision auf Rädern gebaut.
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![]() Hoffnungsvoll: Alejandro Doron und seine Familie wollen in Dwarf City leben. ©: Hodal |
Der Traum vom eigenen DorfMan könnte die Pläne des Perry Berry und der knapp 50 Familien, die in der Kleinwüchsigen-Vereinigung LPAP auf den Philippinen zusammengeschlossen sind, als verrückt bezeichnen. Geplant wird in den Bergen von Montalban ein Dorf ausschließlich für Kleinwüchsige, mit kompletter Infrastruktur und Gebäuden in skurrilen Formen wie Pilze oder Schuhe. Einnahmen aus Touristenbesuchen sind die Voraussetzung für den Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit und einem Leben ohne Diskriminierung. „Viele, wenn sie überhaupt einen Job bekommen, arbeiten in der Unterhaltungsbranche und fühlen sich zur Schau gestellt“, sagt Mr. Berry. „Es ist besser, wenn wir zusammenleben, denn wir sind eine große Familie.“ Zur Realisierung ihrer ungewöhnlichen Idee hat sich die LPAP auch an die örtliche Stadt- und Wohnungsbaubehörde gewandt. Dort will man die Pläne prüfen. (dr) |
Mexiko: Menschengemachte Tragödie
Seit anderthalb Jahren hat es in Teilen Nordmexikos nicht mehr geregnet. Mensch und Tier leiden unter den Folgen der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren. Die Naturkatastrophe legt schonungslos die Versäumnisse von Politikern und Bauern offen.
Auf mehr als der Hälfte des mexikanischen Territoriums lastet eine Dürre. Im besonders betroffenen Bundesstaat Chihuahua brach die Ernte ein: Die Maisproduktion fiel von den üblichen 150.000 auf gerade mal 500 Tonnen, die Bohnenernte von durchschnittlich 80.000 bis 120.000 Tonnen auf 20.000 Tonnen. 2011 sollen Medienberichten zufolge in Chihuahua 28 Menschen an Unterernährung gestorben sein, seit Beginn dieses Jahres weitere sechs. 2,5 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu frischem Trinkwasser. Die Zeitung „El Universal“ berichtete außerdem, allein im Bundesstaat Durango seien 50.000 Rinder verendet. Fatal sind diese Zahlen vor allem für das Indianervolk Tarahumara. Schätzungsweise 220.000 von ihnen leben in den Bergregionen der Sierra Madre Occidental. Doch die Felder an den Berghängen sind verdorrt. Präsident Felipe Calderón hat inzwischen ein Hilfsprogramm mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Auch der angrenzende amerikanische Bundesstaat Texas ist von der Dürre betroffen. Allerdings sind die Folgen hier weit weniger gravierend als in Mexiko. Für den mexikanischen Landwirtschaftsminister Francisco Mayorga verweist dies auf die menschliche Beteiligung an der Tragödie. Regierung und Landwirte seien für die Hungers- und Wassernot verantwortlich, so Mayorga. Die zunehmenden Fleischexporte hätten zur Folge, dass das ohnehin karge Weideland im Norden Mexikos von immer größeren Viehherden überbevölkert wird. „Der übernutzte, kahl gefressene Boden ist dem Wind schutzlos ausgesetzt und erodiert zunehmend“, erklärte Mayorga. Einen weiteren Grund für die katastrophalen Folgen der Dürre sieht der Politiker in den so genannten Ejidos, das sind Grundstücke, die einem Kollektiv gehören und gemeinsam genutzt werden. Sie sollen möglichst vielen verarmten Kleinbauern Zugang zu Boden verschaffen. Allerdings ist der Ertrag der Ejidos gering. Mayorga will sie deshalb abschaffen.
Die bisherige Agrarpolitik sei völlig irrational, davon ist auch der Agrarexperte Manuel Molano vom Institut für Wettbewerbsfähigkeit in Mexiko-Stadt überzeugt. Der Staat schütte Millionen von Subventionen an nicht-wettbewerbsfähige Kleinbauern aus, um zum Beispiel Mais anzubauen. Mittlerweile werde aber etwa die Hälfte des benötigten Maises aus den USA eingeführt. Mexiko solle vielmehr eine Landwirtschaft betreiben, für die die natürlichen Bedingungen besser seien. (no)
Standpunkt zur Lage in Mexiko
Von Pater Klaus Väthröder SJ, Leiter der Jesuitenmission Nürnberg
Die Jesuitenmission unterstützt seit vielen Jahren das Krankenhaus Tarahumara in Nordmexiko, benannt nach den dort lebenden Tarahumara-Indianern. Dessen Leiterin, Schwester Eva Muñoz Perez, berichtet: „Es gab einen totalen Ernteausfall. Die Sierra Tarahumara wurde zum Hungersnotgebiet erklärt. Vor allem Kinder und alte Menschen erkranken aufgrund von Unterernährung.“ In den Medien war bereits von Hungertoten und einer Selbstmordwelle aus Verzweiflung die Rede. Kennern der Lage, etwa dem Bischof von Tarahumara oder meinem Mitbruder Pedro de Velasco SJ, geht da die Hutschnur hoch. Sie kritisieren, dass die Tarahumara zu hilflosexotischen Opfern degradiert werden. Ihr Lebensraum wurde durch Abholzung und Ausbeutung systematisch zerstört, die Tarahumara verdrängt und verachtet. Ein Schicksal, das sie mit indigenen Gruppen auf der ganzen Welt teilen. Nicht Mitleid ist gefragt, sondern unsere Solidarität und Bereitschaft, von ihrer Kultur, ihrem Leben und ihrem Reichtum zu lernen.
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| Neuer Freiwilligendienst Die katholischen Hilfswerke, Kindermissionswerk und missio Aachen, starten ein Freiwilligenprogramm im Ausland. Das Programm wird beim Katholikentag in Mannheim offiziell beginnen und soll künftig 20 bis 25 Jugendliche pro Jahr vermitteln. |
| Auszeichnung für Kräutler Erwin Kräutler CPPS, Bischof von Altamira-Xingu im Amazonasgebiet, erhält den Preis der „my way“-Stiftung. Die Auszeichnung werde für seinen „Einsatz für faire Lebensbedingungen der indigenen Völker Nordbrasiliens“ vergeben. |
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