Mit der Caritas Paderborn war ich 1990 kurz nach der Revolution in Rumänien zum ersten Mal dort. In 19 großen und kleinen Fahrzeugen transportierten wir notwendige Grundnahrungsmittel wie Salz, Zucker, Öl und Mehl, um Kinderheime damit zu versorgen. Die Situation war katastrophal. In den Heimen hatte man die Kinder nach Kategorien aufgeteilt: bildungsfähig oder nicht bildungsfähig. Manche wurden wie Tiere in Abstellkammern gehalten. Ich habe selbst vier Kinder. Es war erschütternd für mich zu sehen, unter welch unwürdigen Zuständen die Mädchen und Jungen lebten.

Expertise und Geldspenden werden weiter benötigt

2008 erreichte mich über die Tochter eines Bekannten die Anfrage, ob ich die Arbeit der Postelschwestern in Rumänien unterstützen könne. Ich bin Elektroingenieur, und damals gab es vor Ort nur wenige Handwerkskräfte für diesen Bereich. Also bin ich regelmäßig in die Gegend um Bacau gefahren, um die Arbeiter dort anzuleiten. Es ging darum, Heizungsanlagen umzurüsten, Wärmeschutz zu installieren, die Heime zu renovieren und ein Gästehaus zu bauen, in dem Jugendliche in Ausbildung ein Zuhause finden können. Mittlerweile bringen wir keine Hilfsgüter mehr. Man kann nun alles in Rumänien kaufen und damit die örtliche Wirtschaft stärken. Aber unsere Expertise und Geldspenden werden weiterhin benötigt. Es bedeutet mir sehr viel, zu sehen, was die Menschen durch unsere Anleitung alles erreicht haben.

Aufgezeichnet von Eva-Maria Werner

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