4700 Menschen in Deutschland, die der Kirche den Rücken gekehrt hatten, sind 2024 wieder eingetreten. Dafür mussten sie zuerst einen Seelsorger aus ihrer Diözese per E-Mail oder telefonisch kontaktieren. Sie vereinbarten einen Termin für ein persönliches Gespräch, sprachen über Beweggründe, und danach füllten sie gemeinsam mit dem Seelsorger die Eintrittserklärung aus.

Seelsorgegespräch per Videocall

In Österreich läuft das einfacher. Dort kann der Wiedereintritt über ein Online-Kontaktformular oder Whats-App eingeleitet werden. In Wien reicht sogar die ID-Austria, ein digitales Identifizierungssystem. Das anschließende Seelsorgergespräch kann per
Videocall stattfinden. Der Gang zu einem diözesanen Ansprechpartner in der Nähe bleibe der Königsweg, unterstreicht die österreichische Bischofskonferenz.

Gute Willkommenskultur?

Das sollte nicht nur der Königsweg, sondern der einzige Weg sein, finde ich. Was sagt diese Online-Methode über die katholische Willkommenskultur aus? Geht es nur darum, so schnell wie möglich
wieder mehr Leute in der Kirche zu haben? Wiedereintretende sollen in ihrem Glauben bestärkt werden, spüren, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind – das lässt sich nicht über einen Bildschirm vermitteln.

So besteht die Gefahr, dass sie nie richtig in ihrer Gemeinde ankommen – und schlimmstenfalls wieder mit dem Austritt liebäugeln. Wer es sich dann erneut anders überlegt, weiß: Der Wiedereintritt ist nur ein paar Mausklicks entfernt.

Pia Scheiblhuber

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