Seit August 2024 sind Sie Generalsekretärin des Päpstlichen Kindermissionswerks. Wie war der Wechsel von Ihrer Heimat Guinea-Bissau nach Rom?
Ich habe einige Monate gebraucht, um mich einzuarbeiten. Mein Vorteil war, dass ich mich in der Arbeitsstruktur der Missionswerke schon gut auskannte. Ich habe nun gelernt, wie ein guter Führungsstil Menschen zusammenbringt. Mir liegt viel daran, den Zusammenhalt meines Teams so zu stärken, dass wir gemeinsam die Vision des Werks umsetzen können.
Wie sieht der Einsatz der Kinder weltweit aus?
In einigen Ländern gibt es ein ganzjähriges Aktionsprogramm, das die Kinder unterstützt, sich mutig und kreativ dem Auftrag der Verkündigung anzunähern. Woanders konzentrieren sich die Aktivitäten auf einen Tag wie den Dreikönigstag. Auch die Art, wie sich die Kinder einbringen, ist verschieden: Manche beten, andere sammeln Geld für Kinder, indem sie Selbstgebasteltes verkaufen. Was aber überall gleich ist: Alle Kinder sprühen vor Energie und sind allem gegenüber offen, der christlichen Botschaft genauso wie Fremden.
Immer in Bewegung bleiben
Welche Herausforderungen gibt es?
Die westlichen Länder spenden viel Geld für die Projekte des Kindermissionswerks, wofür wir von Herzen dankbar sind. Sie nehmen aber nur wenig an den Initiativen der Weltkirche teil. Das ist im Rest der Welt anders. Die pädagogische Herausforderung ist, Kinder für ein Engagement zu begeistern, das ihnen das Gefühl gibt, Teil einer Familie zu sein, in der jeder dem anderen hilft. Ich hoffe, dass das Werk immer in Bewegung bleiben wird, um ein lebendiges Zeichen von Gottes Gegenwart zu sein, vor allem für diejenigen, die Hilfe benötigen.
Interview: Pia Scheiblhuber