In ihrer Videobotschaft erinnerte Schwester Michaela Bank aus Essen daran, wie sich das Missionsverständnis der Schwestern in den 1960er-Jahren änderte: War es bis dahin üblich, nach dem Noviziat in die neue Mission nach Äthiopien zu gehen, erkannte man nun – ausgehend von Einkehrtagen mit Frauen und Jugendlichen – die Not und spirituelle Armut vor der eigenen Haustür. Fortan sah man missionarische Aufgaben nicht mehr nur allein in Afrika, sondern zum Beispiel auch im Bistum Essen, wo die MMS ihre Türen öffneten und die Kommunität zu einem spirituellen Zentrum für die Diözese wurde.
Auftrag zur Heilung ernst nehmen
Michael Kuhnert, Direktor von medmissio (ehemals Missionsärztliches Institut) Würzburg, nahm in seiner Ansprache Bezug auf das Motto des Festtages „Verwundete Heilerinnen in einer verwundeten Welt“. Er machte deutlich, dass die Schwestern verwundet seien, weil ihnen die Lage der Armen nahegehe. „Wer sich den Heilungsauftrag Jesu zu Herzen nimmt, der schläft wenig, hat Ringe unter den Augen, Risse im Herzen und zitternde Hände“, sagte Kuhnert. „Die Schwestern tun unspektakulär das, was anderen nicht im Traum einfällt, und harren dort aus, wo andere sich längst weggeduckt haben.“
Text: Eva-Maria Werner