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Eva-Maria Werner

Eva-Ma­ria Wer­ner

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Dia­log­pro­zess: Re­den wir über die rich­ti­gen The­men?

Halb­zeit für den Dia­log­pro­zess, den die deut­schen Bi­sc­hö­fe im Herbst 2010 ins Le­ben ge­ru­fen ha­ben. Aus­lö­ser war der Glaub­wür­dig­keits­ver­lust der Kir­che im Zu­ge der Miss­brauchsskan­da­le. An­ge­legt über ei­nen Zei­traum von fünf Jah­ren dis­ku­tie­ren Bi­sc­hö­fe, Diöze­san­mit­ar­bei­ter, Mit­g­lie­der des Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Ka­tho­li­ken und un­ter­schied­li­cher Ver­bän­de so­wie en­ga­gier­te Lai­en mit­ein­an­der. Ziel ist, die „Zei­chen der Zeit“ zu er­for­schen und sie im Licht des Evan­ge­li­ums zu deu­ten (Pa­s­to­ral­kon­sti­tu­ti­on Gau­di­um et spes). So weit, so gut. Das Ge­spräch ist bit­ter not­wen­dig nach den Er­eig­nis­sen der ver­gan­ge­nen Jah­re. Ob aber der an­ge­lau­fe­ne Dia­log­pro­zess wir­k­lich in der La­ge ist, die Glaub­wür­dig­keit der an­ge­schla­ge­nen Kir­che wie­der her­zu­s­tel­len und die Seel­sor­ge an den Be­dürf­nis­sen der Gläu­bi­gen und Su­chen­den heu­te aus­zu­rich­ten, darf an­ge­zwei­felt wer­den. Zwar spra­chen Teil­neh­mer nach den ers­ten Sit­zun­gen in Mann­heim und Han­no­ver von ei­nem of­fen, kon­struk­ti­ven Kli­ma, doch blei­ben Fra­gen: Läuft sich ein Ge­spräch­s­pro­zess über ei­nen solch lan­gen Zei­traum nicht tot? Warum ge­ben die Bi­sc­hö­fe die (Jah­res-)The­men vor und ent­schei­den so be­reits vor­ab, über was ge­spro­chen wird und über was nicht? Wer be­tei­ligt sich wie und in wel­cher Form?
Fest steht: Nicht al­le Bi­sc­hö­fe ste­hen glei­cher­ma­ßen hin­ter dem Dia­log­pro­zess. Fest steht auch: Mit In­i­tia­ti­ven wie dem Theo­lo­gen­me­mo­ran­dum „Ein not­wen­di­ger Auf­bruch“ von 2011 und der kürz­lich ge­grün­de­ten „Ge­sell­schaft für ei­ne Glau­bens­re­for­m“ ha­ben sich be­sorg­te Chris­ten zu Wort ge­mel­det, die dem Dia­log­pro­zess of­fen­bar nicht zu­trau­en, drän­gen­de Fra­gen der Zeit an­zu­ge­hen. Über wel­che The­men müss­te ge­spro­chen wer­den und auf wel­che Wei­se?

Von Eva-Ma­ria Wer­ner

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Norbert Füting aus Essen: Reden ist grundsätzlich gut und notwendig, aber jeder Redner muss Kompetenz nachweisen, sonst sollte er solange genau zuhören bis er Kompetenz erlangt hat. Innerhalb des Dialogprozesses reden zuviele Inkompetente, die voller Ideologien stecken und diese bedingungslos durchsetzen wollen. Mit solchen Leuten zu reden bringt die Kirche nicht weiter, eventuell sogar in eine falsche Richtung! Kompetent ist nur jeder tiefgläubige Katholik, der seinen Glauben im Detail gut kennt und mit Leidenschaft bewahren will! Reform heißt zur Quelle zurück, bedeutet Besinnung auf die unverzichtbare Substanz unseres zweitausendjährigen Glaubens. Das zweite Vatikanische Konzil hat nicht die Glaubenslehre verändert, sondern pastorale Notwendigkeiten begründet. Die Öffnung zur Welt, eine veränderte Sprache, ein neuer Stil im Umgang mit dem Nichtkatholiken jeder Art. Das war notwendig und gut, führte aber durch unabsichtliche und vielfach absichtliche Verfälschungen der Interpretationen, der Konzilsdokumente, zu innerkirchlichen Diskussionen und zu verhärteter Uneinigkeit, über die richtige Auslegung des Konzils. Dieser innere Konflikt hält auch heute noch weiter an! Wer die Konzilsdokumente falsch verkündet, begeht christlich eine schwere Sünde und hat keine Qualifikation für einen innerkirchlichen Dialog! Eine Themenstrukturierung der Bischöfe ist unerlässlich, denn es gelingt ganz offensichtlich dennoch, den oben beschriebenen zeitgeistorientierten Ideologen, ihre oberflächlichen Wunschthemen zur Sprache zu bringen. Ob der Dialogprozess ein positives Ergebnis erbringt bleibt abzuwarten, darf aber auch bezweifelt werden. Der Glaubenskrise in unserer Kirche, die durch einen umfassenden Säkularisierungsprozess in den letzten Jahrzehnten gekennzeichnet ist, kann nur durch eine breitangelegte Neuevangelisierung erfolgsversprechend entgegengewirkt werden! Das Glaubenswissen ist in unserer Kirche ist aktuell auf einem Tiefpunkt. Wie kann jemand, der seinen Glauben nicht kennt, ernsthaft glauben? Da jeder Bischof eine eigene Verantwortung hat, für die Glaubenssituation in Bistum, Land und Welt, sind Meinungsunterschiede bei ihnen, auch über die Sinnhaftigkeit und Wirkungsrelevanz des laufenden Dialogprozesses, sehr verständlich! Hier habe ich Verständnis für beide Auffassungen. Ob die Verfasser des Theologenmemorandums, objektiv besorgte Christen sind, wage ich sehr zu bezweifeln. Sie sind sicher zurecht besorgt, dass ihre kirchenpolitisch, betriebene Meinungsmache nicht erfolgreich ist und ihre modernistischen Vorschläge, wegen Inkompetenz keinerlei Resonanz finden können! Über zwei Hauptthemen sollte aktuell gesprochen werden: über Inhalt und Bedeutung unseres Glaubens und über den Inhalt und die praktische Durchführung, der notwendigen, zeitgerechten pastoralen Seelsorge. Wertvolle Orientierung gibt uns in diesen beiden Themen ganz sicher unser neuer Papst Franziskus. Er ist tiefgläubig und ein absoluter Freund der Armen, aus eigener Erfahrung und deshalb völlig glaubwürdig! Ihn sollten wir Gläubigen unbedingt unterstützen. Ich befürchte aber, das schon bald wieder, die innere, ideologische Kirchenkritik, Haare in der Suppe der Arbeit unseres neuen Papstes finden wird. Sie glauben nur an sich selbst. Die Hybris ist leider eine weit verbreitete psychologische Krankheit unser modernen Zeit.


Manfred Glombik aus Hildesheim: Fast regelmäßig werden hier vor Ort Wissenschaftler von Wissenschaftlern zu Vorträgen zu den bekannten Themen wie die Zulassung von Wiederverheiraten zu den Sakramenten u. a. eingeladen. Gezahlt werden nicht gerade kleine Honorare. Alles "alte Hüte", die zu keinem echten Dialog zwischen Vortrag und Gegenrede der beteiligten Teilnehmer führen. Die Zeit wird knapp, der Referent muss zurück nach Hause. Eine Nachbereitung der Inhalte wird so nicht vorgenommen, sondern man steuert nach zwei Monaten auf ein neues Thema zu. Man schwebt in den Wolken von unterschiedlichen Aussagen in der Wissenschaft zum Thema Kirche. Professoren präsentieren sich und lassen keine Zeit für Themen, die auf den Nägeln brennen, wie der religiöse Auftrag der Eltern, Lehrer und Gesellschaft gegenüber ihren Kindern.


Irmgard Jansen aus Hamburg: In der Zeitschrift “Kontinente”, März-April 2013 erfuhr ich erstmals, dass 2010 ein Dialogprozess ins Leben gerufen wurde. Wirklich traurig, dass das in meiner Kirchengemeinde in Hamburg überhaupt kein Thema ist und ich fürchte, nicht nur dort. Ein Thema liegt mir schon seit Jahren sehr am Herzen und ich fühle mich damit sehr allein. Es geht, kurz gesagt, um die Erlösung der Welt durch Jesu “Opfertod” am Kreuz. Es tut mir leid, aber ich kann das schon lange nicht mehr glauben, weil zuviel dagegen spricht. 1. Was steht dahinter für ein Gottesbild? Ein Gott der nur durch ein blutiges Opfer versöhnt werden kann, entspricht nicht einem Gott der Liebe. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn z.B. nimmt der Vater den Sohn ohne Sühneopfer freudig auf. 2. Warum muss Gott überhaupt versöhnt werden? Die Sünde gehört zum Menschsein dazu, Gott wusste darum als er uns schuf. Laut Jesu fällt selbst der Gerechte 77 mal am Tage. 3. Wovon hat uns Jesus erlöst, sicher nicht von der Erbsünde, denn dabei handelt es sich, wie wir seit der Evolutionsbiologie von Darwin wissen, lediglich um einen Mythos. 4. Wenn Jesus uns angeblich von der Sünde erlöst hat, wieso sollten wir dann noch nach Umkehr, Besserung oder den Werken der Barmherzigkeit streben, er hat uns ja schon freigekauft. Wenn Jesus also unsere Strafe vorweg getragen, für uns stellvertretend gebüßt hat, wozu dann noch Ablässe??? 5. Worin zeigt sich die Erlösung der Welt seit dem Tod Jesu. Nichts hat sich geändert. Trotz allem sind die Lied- und Messtexte, gerade jetzt in der Fastenzeit, voll von Opfer, Sühne und Erlösung, so dass ich mich geradezu abgestoßen fühle und lieber mal die Sonntagsmesse ausfallen lasse. Ich empfinde es als Heuchelei, wenn ich z.B. singen soll: “was Du Herr hast erduldet, ist alles meine Last usw.” Diese Strophe sollte man aus diesem ansonsten wunderbaren Lied entfernen. Wie gesagt, natürlich sind wir alle Sünder, aber dafür verdienen wir nicht die Todesstrafe. Es wird höchste Zeit für eine theologische Aufklärung.




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