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Was mei­nen Sie?

Manch­mal wer­den Print­me­di­en von den Er­eig­nis­sen über­rollt. So ging es dies­mal auch der kon­ti­nen­te-Re­dak­ti­on mit der Ru­brik „Was mei­nen Sie?“ Bis zum Re­dak­ti­ons­schluss für die Aus­ga­be 1/2013 war die Ent­schei­dung über In­halt und Er­schei­nungs­ter­min des neu­en „Got­tes­lo­be­s“ noch of­fen. Viel­mehr gab es – auch von Mit­ar­bei­tern in den zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen – Hin­wei­se, dass sich die Ver­öf­f­ent­li­chung des ur­sprüng­lich be­reits für 2010 ge­plan­ten Ge­sang­buchs ein wei­te­res Mal ver­zö­gern wür­de. Des­halb sind wir das Ri­si­ko ein­ge­gan­gen, ein The­ma auf­zu­g­rei­fen, des­sen Ent­wick­lung wir nicht hun­dert­pro­zen­tig vor­aus­se­hen konn­ten. Nun kam Mit­te De­zem­ber aus Rom die Nach­richt, dass das neue „Got­tes­lo­b“, wie zu­letzt vor­ge­se­hen, im Ad­vent 2013 er­schei­nen soll – mit den man­cher­orts um­s­trit­te­nen Lie­dern von Huub Os­ter­huis. Auch da­zu in­ter­es­siert uns: Was mei­nen Sie?

Beatrix Gramlich

Bea­trix Gram­lich

Neu­es Got­tes­lob: Wes­sen Lie­der ge­neh­migt Rom?

Sei­ne Tex­te sp­re­chen den Gläu­bi­gen aus der See­le. Lie­der wie „Ich steh vor Dir mit lee­ren Hän­den Her­r“ oder „Wer le­ben will wie Gott auf die­ser Er­de“ tref­fen Le­bens­ge­fühl und Spra­che des mo­der­nen Chris­­ten­men­schen wie nur we­ni­ge an­de­re. Doch ob Huub Oos­ter­huis auch im neu­en, zum Ad­vent ge­plan­ten Got­tes­lob ver­t­re­ten sein wird, wagt nie­mand zu sa­gen. An dem Nie­der­län­der schei­den sich die Geis­ter: Der ehe­ma­li­ge Je­suit ist nicht nur aus dem Or­den aus­ge­t­re­ten und hat ge­hei­ra­tet, son­dern lei­tet mit der „Stu­den­te­nek­k­le­si­a“ in Ams­ter­dam auch ei­ne Ge­mein­­de, die ei­ne re­for­mier­te Li­tur­gie fei­ert und nach Kon­f­lik­ten um Sa­kra­men­te und Zö­li­bat die bi­sc­höf­li­che Auf­sicht ab­ge­lehnt hat. Die deut­schen Bi­sc­hö­fe, in de­ren Auf­trag Kom­mis­sio­nen in al­len Diöze­sen elf Jah­re lang an den In­hal­ten des neu­en Got­tes­lob ge­ar­bei­tet ha­ben, wol­len sei­ne ­Lie­der trotz­dem be­hal­ten.
Aus Rom je­doch ka­men be­reits kri­ti­sche Rück­fra­gen. Nicht et­wa we­gen Oos­ter­huis Tex­ten, son­dern weil er dort of­fen­bar in Ver­dacht steht, kir­chen­spal­te­risch zu agie­ren. Und an­ders als beim „al­ten“ Got­tes­lob hat dies­mal Rom das letz­te Wort. In ei­nem in der Kir­chen­ge­schich­te bis da­to bei­spi­el­lo­sen Akt zog der Va­ti­kan un­ter Jo­han­nes Paul II. die Zu­stän­dig­keit für al­le Über­set­zun­gen li­tur­gi­scher und bib­li­scher Tex­te vom Latei­ni­schen in die je­wei­li­gen Orts­spra­che an sich. Seit­dem kön­nen die Bi­sc­hö­fe we­der über das na­tio­na­le Ge­sang­buch, noch über ih­ren diöze­sa­nen Ei­gen­teil ent­schei­den. Den of­fe­nen Dis­put wer­den sie den­noch mei­den, auch wenn sie un­te­r­ein­an­der ver­schie­de­ner Mei­nung sind. Die Fra­ge ist nur: Wenn Oos­ter­huis’ Lie­der wei­chen sol­len, weil er als Schis­ma­ti­ker gilt: Was ge­schieht dann mit de­nen von Mar­tin Lu­ther?

Von Bea­trix Gram­lich

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Caro Nieder aus Köln: Was soll immer diese Panikmache? Dass die Lieder von Oosterhuis auch weiterhin zum Gotteslob gehören werden, ist doch schon vor Monaten aus Kreisen der Kirchenmusiker durchgesickert. Ich persönlich finde es eher unschön, dass einige Lieder in modernen Fremdsprachen dabei sind. Dies zeigt auch wie schwach das kirchliche Liedgut in der Post-NGL-Phase nun ist. Die NGL's sind ja zum Teil auch schon dreißig bis vierzig Jahre alt. In meiner Pfarrei hat es immer einen kleinen eigenen Anhang gegeben, das kann es ja auch weiterhin geben. Etwas mehr rheinische Gelassenheit würde uns Katholiken manchmal nicht schaden - aber dann kann man sich ja nicht mehr grundlos aufregen...


Franz Joachimsen aus Wetter: Ich verstehe die Aufregung über die Oosterhuis Lieder nicht. Diese Lieder strahlen keine Freude am Glauben aus, sondern sind eher weinerlich. Diese Miesepetrige Stimmung mag zu manchen Alt-68er-Ökos passen und im Zuge dieser Zeit sind sie auch entstanden. Sie passen aber nicht zum Volk Gottes, daß sich in Freude auf den Weg macht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum dieser Lieder ist seit langem abgelaufen.


Wolfgang Scholt aus Koblenz: Es irritiert und es ist kein gutes Zeichen, dass bis zum heutigen Tag die genauen Inhalte des neuen GL streng geheim gehalten werden. Das lässt befürchten, dass sich zum Schaden der Kirche die konservativen Kräfte einmal mehr durchgesetzt haben. Allerdings bleibt es den Gemeinden unbenommen, etwaige Defizite des neuen GL durch eigene, zusätzliche Liedanhänge auszugleichen - so wie es schon immer der Fall war.


Thorsten Hueller aus Haßfurt: Warum wird so ein Terz um die Lieder von Huub Oosterhuis gemacht, ja sie sind gut, aber es gibt auch alte Lieder, die einen tiefen Sinn haben und von den Gläubigen gern gesungen werden z. B GL 295 "Wer nur den lieben Gott läßt walten" oder die Sakramentslieder, die den Herrn loben und preisen und nicht nur so getragen gesungen werden. Es wird immer gejammert, dass der Gottesdienst zeitgemäß sein soll, das liegt aber nicht an den Liedern, sondern viel an anderen Texten und vor allem an der Predigt. GOTT SEI DANK, haben wir in unserer PG geistliche, die auch mit alten Liedern zeitgemäße Gottesdienste feiern können.


Klaus Barmetler aus Kempten (Allgäu): Es ist doch egal, von welchem Autor oder Komponisten Lieder stammen. Entscheidend ist vielmehr, dass sie einerseits eine in der heutigen Zeit verständlichen Sprache verfasst sind und andererseits eine auch für Kirchenbesucher, die zwar singen aber nicht notenkundig sind, leicht singbar und doch schwungvoll sind. Wenn man jetzt schon mit goßen Aufwand ein neues Gebet- und Gesangsbuch heraus bringt, dann muss es zukunftsorientiert sein und vor allem die Kirchen- und Gottesdienstbesucher von Morgen ansprechen. Die Kirche braucht Zukunft!


Marlene Herrmann aus Lorch: Viele praktizierende Christen sind sehr enttäuscht über die Haltung Roms in den drängenden Fragen dieser Zeit. Zu den allseits bekannten römischen Verlautbarungen (wie gegen Homosexuelle, Gebrauch von Verhütungsmitteln, Geschiedene, Frauen in der Kirche u. a.) hat Rom jetzt auch Bedenken, Lieder von Huub Osterhuis in das neue Gotteslob aufzunehmen. Verschwinden würde dann auch GL 621: Ich steh vor dir mit leeren Händen...... und andere von ihm (wie z. B. Wer leben will .........) hätten gar keine Chance, ins neue Gotteslob reinzukommen. Man findet sie in modernen christlichen Liederbüchern und viele Gläubige fühlen sich von solchen Texten viel mehr angesprochen als von vielen anderen Liedern im Gotteslob. "Huub Oosterhuis hat die Entstehung einer neuen liturgischen Sprache nachhaltig geprägt". (Klappentext eines Buches). Sie fragen zu Recht in Ihrem Beitrag, was geschieht dann mit den Liedern von Martin Luther? Gut, dass viele Christen sich von Vorschriften aus Rom nicht mehr maßregeln lassen, auf ihr eigenes Gewissen hören und mit Freude katholisch bleiben!


Monika Nieder aus Limburg: Wir warten schon jahrelang auf das neue Gotteslob, aber ob wir da überhaupt auf eine Besserung hoffen dürfen? Leider sind bei unseren Gottesdiensten sehr viele Lieder, die ich nicht gerne singe, da sie kaum zu verstehen sind. Meine Kinder und Enkel gehen zum Teil aus diesen Gründen nicht mehr oft zur Kirche. Da ich in der Gemeinde aktiv bin, habe ich mit dem Pfarrer gesprochen und ihn gefragt, warum Lieder mit solch unverständlichen alten Texten gesungen werden. Darauf bekam ich zur Antwort: „Die stehen ja alle im Gotteslob“. Gott loben kann ich besser mit den neuen Liedern!! Schade, dass Rom so undemokratisch ist, und alles bestimmen will. Durch die neuen Lieder wird der Glaube an Gott doch eher vertieft!


P. Bernd Pehle, Afrika-Missionar aus Hörstel: Spätestens seit Paul VI in der Kollegialitäts-Debatte auf dem Vatikanum II durch seine "Ausführungsbestimmung" das Primat des Papstes bekräftigte, drängen die "Geisterfahrer" in Rom auf die Kommandobrücke des Kirchenschiffes. Grundsätzlich aber müssen wir wieder zurück auf die Ursprünglichkeit unserer Glaubens-Geschichte schauen. Paulus schreibt an die Korinther (1.Kor 1.23 - 24): "...Nur um Euch zu schonen bin ich nicht zu Euch gekommen. Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude, denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt." Zweifeln die "Römer" an der Glaubwürdigkeit der Bischöfe, die sie selber eingesetzt haben?" Auch an sie ergeht die Forderung Jesus (Lk. 6,42) "Zieht zu erst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.!"


Heinz Schneider aus Kirchhundem: Es wäre ein großer Verlust, wenn die Oosterhuis' Lieder im Neuen Gotteslob nicht mehr erscheinen würden. Gerade seine Texte sind sehr tiefsinnig und zeitgemäß. Es wäre schön, wenn so mancher veraltete und nicht mehr ansprechende Liedtext Platz machen würde für noch weitere seiner Lieder. Auch andere moderne Lieder ähnlicher Art sollten mit aufgenommen werden. Die Sprache vieler Lieder aus den vergangenen Jahrhunderten erreicht die Menschen heute nicht mehr. In den Osterhuis' Texten ist nun wirklich nichts Kirchenspalterisches zu finden. Die Amtskirche sollte denen dankbar sein, die sich die Mühe machen, solche Texte zu verfassen. Auch die Verfasser von Texten in den früheren Jahrhunderten waren sicherlich nicht immer ganz fehlerfrei und linientreu.


Friedrich Könen aus Nörvenich: Ich kann der Aussage von Beatrix Graulich nur zustimmen und diese deutlich unterstreichen: "Die Texte von Huub Osterhuis sprechen den Gläubigen aus der Seele und treffen Lebensgefühl und Sprache des modernen Christen." Bisher war ich aus einer Radiosendung so informiert, dass die deutschen Bischöfe - weil sie sich nicht einigen konnten - die Entscheidung über die Osterhuis-Lieder an Rom abgegeben hat. Ob nun die Bischöfe die Entscheidung abgegeben haben oder Rom die Entscheidung an sich gezogen hat: beides widerspricht dem Sinn des 50 Jahre alten Konzilsergebnisses, welches den Ortsbischöfen mehr Entscheidungs- und Regelungsbefugnis zugesprochen hat! Ich würde außerordentlich bedauern, wenn die Lieder mit Osterhuis-Texten im neuen Gotteslob fehlten.


Josef Ricken aus Erftstadt: Noch vor kurzem las ich in einer Zeitung, dass die Kirche, so wie sie sich heute verhält, die Menschen nicht mehr in die Kirche bekommt. Wenn wir die Lieder, die Oosterhuis geschrieben hat, streichen, nur weil er in Verdacht steht - in ROM - kirchenspalterisch tätig zu sein - quod erat demonstrandum - , dann ist man auf dem "richtigen Weg noch mehr Porzellan zu zerschlagen! Ich bin seit 45 Jahren mit einer evangelischen Frau verheiratet und gehe an manchen Sonntagen neben dem Gang in die katholische Kirche auch in den evangelischen Gottesdienst und singe immer mit Begeisterung Lieder, die wir im Gotteslob nicht stehen haben. Gesänge von Martin Luther haben meinem Glauben bisher keinen Abbruch getan! Ich glaube, Ihnen meine Stellungnahme nicht noch ausführlicher darlegen zu müssen.


Ulrich Dybowski aus Freiberg: Es muss Formulierungen geben in unserem Glaubensbekenntnis, bei der Spendung der Sakramente und in einigen Gebeten wie das Vater unser, die eindeutig, gleichlautend und verbindlich sind. Das ist das große Plus unserer Kirche, um Sicherheit in unserem Glauben zu gewährleisten und Beliebigkeit entgegen zu wirken. Doch alles bestimmen und genehmigen zu wollen, spricht für eine unheilvolle Selbstüberschätzung und Überheblichkeit, Entmündigung von „Schwestern und Brüdern in Christus“ gepaart mit übertriebener Ängstlichkeit und mangelndem Vertrauen in das Wirken des Heiligen Geistes. Das Verhalten nenne ich nicht mehr „benedictus“, sondern „inquisitus“.


Wolfgang Löffelhardt aus Ellwangen: Ich gehe mit Ihnen einig, dass es höchst bedauerlich wäre, wollte man den Textdichter des Huub Oosterhuis dadurch “bestrafen”, dass man seine guten Texte aus dem Gesangbuch entfernt. Selbst wenn man seinen persönlichen Schritt (Ausscheiden aus dem Orden und Heirat) nicht billigt, darf das kein Grund zu einer derartigen Verbannung seiner Texte sein, die doch ihre Qualität unabhängig vom Lebensweg ihres Schöpfers besitzen. Mit Recht weisen Sie auf Martin Luther hin, der denselben Schritt getan hat und doch wegen der Aussagekraft seiner Texte erfreulicherweise Aufnahme im Gotteslob fand und hoffentlich nicht derselben “Zensur” zum Opfer fällt. Auch finde ich es skandalös, wenn sich Rom in die Auswahl der Lieder für den diözesanen Eigenanteil einmischt und sich die Genehmigung dafür vorbehält. Hat man denn so wenig Vertrauen in die eigenen, vom Papst geweihten Bischöfe, dass derartige Vorbehalte notwendig erscheinen ? Der Begriff “Diözesaner Eigenanteil” wäre ja damit ad absurdum geführt, wenn das “eigene” der Zensur unterworfen wird, also gar nicht mehr “eigen” ist.


Ursula Müller-Baum aus Essen: Wie gut, dass es im Gotteslob Lieder von Martin Luther, Paul Gerhardt, Jochen Klepper und von vielen anderen Gott suchenden Christen gibt! Wenn ich allein nicht gegen meine Glaubenszweifel ankomme, dann bete (oder singe) ich im GL Nr. 621 "Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr" und das "Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen" hilft mir, weil ich spüre und erfahre, dass ich zu einer Gemeinschaft von Glaubenden/Zweifelnden gehöre und dass Gott es ist, der "mein Unvermögen" akzeptiert und der allein mich trösten und befreien kann. In anderen Situationen ist es die Litanei von der Gegenwart Gottes GL 764, mit deren Rufen ich anzukommen, ruhig zu werden versuche. Es gibt wunderschöne alte Lieder im Gotteslob, richtig, aber es gibt zu wenige, die denen weiterhelfen, die nicht jederzeit "Ein Haus voll Glorie schauet" singen können. Wenn die Texte von Huub Oosterhuis nicht mehr im neuen GL zu finden sein sollten, werde ich mein altes Gesangbuch weiterhin mit in die Gottesdienste nehmen und in stillen Momenten diese Lieder beten, die das ausdrücken, was ich sagen möchte.


Jannis Raitel aus Nürnberg: Ich kann viele der Kommentare nicht nachvollziehen und zwar aus 3 Gründen: 1. Die allermeisten dürften das GL bzw. den kompletten Entwurf gar nicht in Händen haben. 2. Das neue Gotteslob wird ein absolut ausgewogenes tolles Buch, das der ganzen Bandbreite kirchlichen Singens gerecht wird. Vom NGL, über Taize-Gesänge bis hin zu Chorälen des 19. Jahrhunderts wird jeder das finden, was er persönlich schätzt. 3. Schon vor einem Jahr habe ich immer wieder versichert, dass die Oosterhuis-Lieder sogar noch verstärkt im neuen GL vertreten sein würden. Wenn ich bedenke, welche Hysterie da herrschte, obwohl es NIEMALS auch nur angedacht war, diese Lieder zu entfernen, dann kann ich das wirklich nicht mehr ernst nehmen. Und die dumme Mär, dass Rom Lieder entfernen würde, ist völliger Unsinn! Die römischen Behörden interessierten sich lediglich dafür, ob die liturgischen Texte wie Gloria, Sanctus, Agnus Dei usw. in korrekter Textform des Messbuches vertont wurden.


Georg Höring aus Essen: So ist es halt - Rom als Institution will oder kann das 2. Vatikanum nicht mitvollziehen. Die Gemeinschaft der Bischöfe (für die wir bei jeder Eucharistiefeier beten) wird nicht mit Leben erfüllt oder will man sie gar nicht? Wer denn sonst als die Region soll das geistliche Lied singen. Wenn Ablehnung - dann ganz konsequent. Das würde dann in aller Deutlichkeit heißen - alle Texte von M. Luther, P. Gerhardt, J. Klepper und vielen anderen rigoros entfernen. Dann kann eben nicht mehr "Ich steh an deiner Krippe hier....", "Es kam ein Engel hell und klar..." und viele andere Weihnachtslieder gesungen werden. Ich bin stinksauer auf die alten Herren in Rom. Aber wenn sie nur rückwärts gewandt sind, dann sollen sie doch wieder nur lateinische Texte singen, die keiner versteht.


Renate Hagemeister aus Bochum: Huub Oosterhuis’ Texte, nicht nur die Lieder und die Litanei von der Gegenwart Gottes im Gotteslob, auch viele andere in seinen Büchern, sprechen, ja rühren mich an. Ich kann es einfach nicht begreifen, dass deutsche Bischöfe unser Gesangbuch in Rom genehmigen lassen müssen, und kann das nur als Machtausübung deuten.


Walter Plümpe aus Berlin: Ich kann nur hoffen, dass Rom gegenüber den deutschen Bischöfen und Gläubigen mit einem Vertrauensvorschuss reagiert und die Lieder von Huub Oosterhuis im neuen Gotteslob belässt. Wenn Übereinstimmung mit der Kirchenleitung oder gar heiligmäßiges Leben zum Maßstab für die Aufnahme von Liedern erhoben würden, sähe der künftige Liedteil sehr schmal aus.


Ulrich Locherer aus Berlin: Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum bei der Herausgabe von lokalen Gesangbüchern der Vatikan mitsprechen muss. Man sollte doch den örtlichen Bischöfen zugestehen, dass sie am besten wissen, was ihre Gläubigen am liebsten singen. Außerdem kommt insbesondere in Europa dazu, dass man versucht, so viel Ökumene wie möglich zu leben. Es ist ohnehin zunehmend weniger!!!! Soll denn das "ö" im Gotteslob ganz gestrichen werden?? Wenn man etwas gegen Liedtexte von Oosterhuis hat, dann müsste man ja erst recht Martin Luther aus dem Gotteslob verbannen. Und was ist mit all den anderen Liedern z.B. von Paul Gerhard etc.??? Ich hoffe nur, dass das Gotteslob dann von den Kirchengemeinden nicht mehr gekauft wird, sondern man dann eben auf kleine selbst zusammengestellte Liedbücher oder die Lieder von Taizé ausweicht. Ich gebe die Hoffnung aber noch nicht auf!


Hans Stumpf aus Hürth: Beim Lesen Ihrer Darstellung zur vorstehenden Frage überkam mich zuerst ein Gefühl des Ärgers (nicht über Sie!), dann der Resignation. Was kann meine diesbezügliche Meinungsäußerung schon bewirken, wenn Rom im vornhinein derart massiv Fakten geschaffen hat, dass im Grunde nicht einmal die Gesamtheit der deutschen Bischöfe darüber befinden darf, welches Liedgut in das neue „Gotteslob“, das gemeinsame Gebet- und Gesangbuch ihrer eigenen Bistümer, eingeht? Die Auswahl der Lieder sollte sich meines Erachtens in erster Linie am Titel - und für mich gleichsam am Motto - des Gesangbuchs orientieren; das müsste Programm sein: Gott lobzusingen, d.h. Gott durch Lobgesang zu preisen (so die Definition im Deutschen Universalwörterbuch des Duden). Wenn der Vatikan letztinstanzlich darüber befindet, welcher Liedautor gut katholisch - oder in Konkurrenz zu einem anderen katholischer - ist, müsste das aktuelle „Gotteslob“ von vielem „befreit“ werden. Logischerweise muss dann unter solcherart Prämisse jeder von einem Protestanten oder einem anderen Nicht-Katholiken verfasste Text außen vor bleiben, - selbst ökumenische Traumtänzer haben dann darin nichts zu suchen, auch wenn sie alle beteuern, demselben Gott lobzusingen. Wohlverstanden, ich rede hier nicht etwa der religiösen Freigeisterei oder Beliebigkeit das Wort, aber die „richtige“ Konfession der Liedautoren und die theologische Lupenreinheit der Liedinhalte sollten nicht die alles entscheidenden Kriterien für die Aufnahme in das neue Gotteslob sein. Ich hoffe, dass die deutschen Bischöfe mit den von ihnen beauftragten Kommissionen eine gesunde Mischung finden, - und wenn sie zu der Überzeugung gelangen, dass Lieder von Huub Oosterhuis oder Martin Luther Bestandteil des neuen Gesangbuches bleiben sollten, sie diese Auffassung auch standhaft gegenüber dem Vatikan vertreten. Sollte Rom dies alles wenig kümmern, verbleibt ja immer noch die in vielen Pfarrgemeinden seit langen Jahren örtlich geübte Praxis, sich zusätzlich zum verordneten „Gotteslob“ ihr eigenes Liederbuch zu schaffen, mit dem Gott sicher genauso gut Lob gesungen werden kann!


Alois Epple aus Türkheim: Man sollte Huub Oosterhuis Lieder nicht so hoch hängen. Sie erinnern mich, eines wie das andere, textlich und musikalisch, an das Kinderlied „Fuchs du hast die Gans gestohlen.“ Auf solche Lieder kann man im neuen Gotteslob verzichten. Bei den Lutherliedern müsste man genauer hinsehen. Teils handelt es sich um Umdichtungen katholischer Lieder. Der Schatz alter katholischer Lieder höchster Qualität ist so groß, dass das neue Gotteslob ohne Oosterhuis und Luther auskommt und trotzdem an Qualität gewinnt.


Gisela Völker und Udo Peters aus Gießen: Wir sprechen uns für einen Verbleib der bisherigen Lieder im Gotteslob aus. Auch wenn es Überlegungen zu kritischen Komponisten und Textern gibt, sollte doch der bewährte kirchenmusikalische Gehalt der Lieder im Vordergrund stehen (Huub Oosterhuis).


Hedwig Kruse aus Heidelberg: Selbst wenn die Lieder von Huub Oosterhuis aus dem Gotteslob entfernt werden, geht die Welt nicht unter und einen Aufstand gegen Rom wird es deswegen nicht geben. Es gibt so viele schöne andere Lieder. Ich habe, im Gegensatz zu Beatrix Gramlich, volles Vertrauen zu Rom!


Helmut Klecker aus Osnabrück: Ich bin Mitglied der "Kleinen Kirche" in Osnabrück seit 1987. Wir haben in unserer Gemeinde ein eigenes Gesangbuch, überwiegend mit Liedern von Huub Osterhuis. Wir singen, auch in Verbindung mit unserer Schola, die jeden Gottesdienst begleitet, immer wieder gerne diese Lieder. Sie sind ansprechend und finden großen Anklang in unserer Geinde, aber auch darüber hinaus. Unsere Gottesdienste sind immer so stark besucht, dass nicht alle einen Sitzplatz haben.Menschen aus anderen Gemeinden kommen u. a. auch wegen dieser Lieder. Sollten sie dem Rotstift aus Rom anheim fallen, wäre das aus meiner Sicht ein großer Verlust in unseren Kirchen. Unsere Kirche steht in Osnabrück im Schatten des Domes und jeden Samstag wird der Gottesdienst von 250 - 300 Menschen besucht.


Pfarrer Walter Schwehr aus Lahr: Irgendein Kurialbeamter im Vatikan soll über unser Gotteslob bestimmen. Traurig aber wahr. Unsere Bischöfe, die mit unseren Traditionen bekannt sind, werden für unfähig erklärt.


Reinhard Wiefelspütz aus Velbert: Ohne große Erläuterung sage ich nur, dass ich kein Verständnis dafür haben werde, wenn diese schönen Lieder nicht im neuen Gotteslob erscheinen. Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis noch niemanden gehört, der diese Lieder aus besagtem Grunde ablehnt.


Sieglinde Wagner aus Bietigheim-Bissingen: Ich bin der Meinung, dass Lieder im Gotteslob eine Hilfe für den Glauben und zugleich dessen Ausdruck sein sollen. Dies ist abhängig von den Umständen in einem Land, dessen Sprache und der Lebenssituation der Gläubigen und Suchenden mit ihrem unterschiedlichen Alter und Geschlecht. Ich glaube nicht, dass die Männer im Vatikan das immer richtig beurteilen können. Ich würde es sehr bedauern, wenn Lieder von Huub Oosterhuis nicht mehr im neuen Gotteslob zu finden wären. Müssen wir dann wieder auf ergänzende Zettel zurückgreifen? Ich bitte unsere Bischöfe, mutig zu ihrer Verantwortung für die Ortskirche zu stehen.


Stefan Ernst aus Ilsede: Merkt denn im Vatikan niemand, wie sich die oberste Kirchenleitung immer mehr von der Basis enfernt? Je mehr Einzelheiten vorgeschrieben werden, desto mehr wird die Distanz zunehmen. Ich halte das neue Gotteslob für einen FLOP. Bei vielen 20 - 30Jährigen liegt das Gebetbuch heute schon seit der Erstkommunion bzw der Firmung ungenutzt in den Schubladen. Wenn ich die sonntäglichen (älteren) Kirchenbesucher sehe, frage ich mich, wer das neue Buch kaufen wird. Selbst wenn es kommenden Generationen von Erstkommunionkindern zwangsweise aufgedrückt wird, wird sich die Gesamtauflage in Grenzen halten. Wir gehen auf das "Luther Jubiläumsjahr" zu. Da sollten einige seiner und andere Texte eher in den Vordergrund gerückt werden, anstatt von Rom verboten zu werden. Sehr enttäüschend, dass die nationalen Bischöfskonferenzen sich damit anscheinend abfinden.




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