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Un­ter­wegs in … Ke­nia und Ru­an­da

kon­­­­­­ti­­­­­­nen­­­­­­te-Re­dakteu­rin Eva-Ma­ria Wer­ner ist ge­­­­­­mein­­­­­­sam mit dem Fo­to­­­­­­gra­­­­­­fen Fritz Stark auf Re­cher­che­r­ei­­­­­­se. Von ih­­­­­­ren Er­­­­­­le­b­­­­­­nis­­­­­­sen vor Ort be­rich­­­­­­ten sie im kon­­­­­­ti­­­­­­nen­­­­­­te-Rei­­­­­­se­ta­­­­­­ge­buch.

Tex­te: Eva-Ma­ria Wer­ner; Fo­tos: Fritz Stark

Foto: Stark

28. Ju­ni 2016

Un­se­re Brü­der, die Flücht­lin­ge

Seit vier Jah­ren le­ben et­wa 20.000 Kon­go­le­sen im vom UNH­CR ver­wal­te­ten Flücht­lings­la­ger Ki­ge­me im Sü­den Ru­an­das. Eth­ni­sche Kon­f­lik­te und Kampf­hand­lun­gen ha­ben sie zur Flucht ge­zwun­gen. Die Aus­sicht auf bal­di­ge Rück­kehr gibt es nicht. Des­halb er­setz­ten die Flücht­lin­ge nach und nach die von den Ve­r­ein­ten Na­tio­nen auf­ge­s­tell­ten Zel­te aus Plas­tik­pla­nen durch ein­fa­che Hüt­ten aus Holz und Lehm. Groß­fa­mi­li­en mit bis zu 12 Per­so­nen le­ben da­rin in zwei win­zi­gen Zim­mern – oh­ne Was­ser und Strom. Und man­che Hüt­ten sind rei­ne Kin­der­haus­hal­te.
Mäd­chen und Jun­gen, die im Kon­go oder auf der Flucht ih­re El­tern ver­lo­ren ha­ben, ver­su­chen, al­lei­ne über die Run­den zu kom­men. Um sie küm­mern sich die kirch­li­chen Mit­ar­bei­ter und Hilf­s­or­ga­ni­sa­tio­nen vor Ort be­son­ders. Die Kin­der aus dem La­ger kön­nen die an­g­ren­zen­den ru­an­di­schen Schu­len be­su­chen und dort nicht nur am Un­ter­richt son­dern auch an Frei­zei­t­an­ge­bo­ten wie Tanz, Trom­meln, Ju­do, Fuß­ball oder Vol­ley­ball teil­neh­men. Wie klappt das Zu­sam­men­le­ben zwi­schen Flücht­lin­gen und ru­an­di­scher Be­völ­ke­rung, wol­len wir wis­sen. „Es gibt kei­ne Pro­b­le­me“, sagt Pfar­rer Ale­xis Nd­inda­ba­hi­zi. Flücht­lin­ge und Ein­hei­mi­sche ha­ben die­sel­be Spra­che, die­sel­be Re­li­gi­on. „Au­ßer­dem“, er­klärt er, „hat es schon im­mer Flucht­be­we­gun­gen zwi­schen un­se­ren Län­dern ge­ge­ben. In den 90er Jah­ren flo­hen vie­le in den Kon­go, vor vier Jah­ren ka­men die Kon­go­le­sen zu uns. Es sind un­se­re Brü­der und wir neh­men sie auf.“

Speisekarte in Ruanda. Foto: Stark

26. Ju­ni 2016

Kaf­fee oder Tee?

Die Spei­se­kar­ten in Ru­an­da ma­chen es den Re­stau­rant­be­su­chern leicht. Hin­ter den An­ge­bo­ten ist die Zu­be­rei­tungs­zeit an­ge­ge­ben. Un­ser Bei­spiel zeigt: Ein Kä­s­eo­me­let­te braucht 15 Mi­nu­ten, eben­so der schwar­ze Kaf­fee. Et­was sch­nel­ler kön­nen der „Af­ri­can Cof­fee“ und der Ing­wer­tee ser­viert wer­den: in zehn Mi­nu­ten. Wer al­so nur we­nig Zeit hat, ent­schei­det sich für sch­nel­le­re Ge­rich­te wie Spi­nat­sup­pe oder Spag­het­ti Na­po­li. Wo­bei sch­nell auch wie­der re­la­tiv ist. 45 Mi­nu­ten War­te­zeit für Nu­deln mit ein­fa­cher To­ma­ten­so­ße? Wir rät­seln, warum das Ge­richt so lan­ge braucht. Und be­kämp­fen un­ter­des­sen den Hun­ger mit ge­r­ös­te­ten Erd­nüs­sen.

Foto: Stark

25. Ju­ni 2016

Fahr­schu­le un­term Aka­zi­en­baum

In Ru­an­da hal­ten sich die meis­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer st­reng an die Re­geln. Al­le Mo­tor­rad­fah­rer (und die Bei­fah­rer) tra­gen Hel­me. Die Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen wer­den ein­ge­hal­ten. Ei­ne lin­ke, win­ken­de Hand aus dem Fens­ter si­g­na­li­siert dem Ge­gen­ver­kehr: Die Luft ist rein. Der nach un­ten ge­st­reck­te Zei­ge­fin­ger warnt vor dem Blit­zer. Las­sen die emp­find­li­chen Stra­fen, die bei er­höh­ter Ge­schwin­dig­keit dro­hen, oder die gu­te Aus­bil­dung, die die zu­künf­ti­gen Fah­rer ge­nie­ßen, die Ru­an­der be­son­nen agie­ren? Wir fin­den In­di­zi­en für bei­des. Als un­ser Fah­rer ein­mal die Ge­schwin­dig­keits­be­g­ren­zung über­sieht, muss er 25.000 ru­an­di­sche Franc (um­ge­rech­net 29 Eu­ro) zah­len. Die Po­li­zei be­hält sei­nen Füh­r­er­schein ein. Wir müs­sen knapp ei­ne hal­be Stun­de zur nächs­ten Po­li­zei­sta­ti­on fah­ren und dort den Über­wei­sungs-Be­leg für das Buß­geld per­sön­lich vor­le­gen. Dann wie­der ei­ne hal­be Stun­de zu­rück, um den Füh­r­er­schein ab­zu­ho­len. Die Stim­mung ist leicht ge­tr­übt. Von der Fahr­aus­bil­dung kön­nen wir uns we­ni­ge Ta­ge spä­ter ein Bild ma­chen. Un­ter ei­nem Aka­zi­en­baum hat die Don Bos­co Dri­ving School ei­nen klei­nen Par­cours auf­ge­baut. Der Fahr­schü­ler schlägt sich tap­fer und wird beim An­blick des Fo­to­gra­fen über­mü­tig. Er nimmt den Par­cours im Ste­hen und pro­biert es auch mit bei­den Bei­nen auf ei­ner Sei­te. Der Ap­plaus der Zu­schau­er ist ihm si­cher.

Gefangenentransport am Straßenrand in Ruanda. Foto: Stark

24. Ju­ni 2016

Ar­beit­s­ein­satz für Ge­fan­ge­ne

Ru­an­das Land­schaft ist sehr hü­ge­lig. Nicht um­sonst wird es „Pays des mil­le col­li­nes“ – Land der 1000 Hü­gel oder „Afri­ka­ni­sche Schwei­z“ ge­nannt. Die über­wie­gend von Sub­sis­tenz­wirt­schaft le­ben­den Bau­ern pflan­zen auf ih­ren klei­nen Par­zel­len Boh­nen, Mais, Hir­se, Ma­niok und Ba­na­nen an. Meist reicht die Ern­te ge­ra­de so aus, um die kin­der­rei­che Fa­mi­lie zu er­näh­ren. Auf grö­ße­ren Flächen, vor al­lem im Tal, sind weit­läu­fi­ge Tee- und Reis­plan­ta­gen an­ge­legt.
Im sat­ten Grün se­hen wir aus der Fer­ne vie­le klei­ne or­an­ge Punk­te. Beim Näh­er­kom­men wird deut­lich: Es sind Ar­bei­ter, die in uni­far­be­nen An­zü­gen ste­cken. „Ge­fan­ge­ne“, weiß Jo­seph Nay­i­gi­zi­ki. Der Pries­ter er­klärt, dass Ge­fäng­nis­in­sas­sen für ih­ren Ar­beit­s­ein­satz drau­ßen grel­le Klei­dung tra­gen müs­sen, um bei ei­ner mög­li­chen Flucht auf­zu­fal­len. Im­mer wie­der se­hen wir bei un­se­rer Fahrt übers Land Ar­beits­ko­lon­nen aus Ge­fan­ge­nen. Sie wer­den be­wacht von Sol­da­ten. Trotz­dem ist es be­f­remd­lich, die Män­ner mit Ma­che­ten und Ha­cken ne­ben den ru­an­di­schen Bau­ern im Feld zu se­hen.

Swimmingpool des

23. Ju­ni 2016

Swim­ming-Pool mit Ge­schich­te

Das Ho­tel des Mil­le Col­li­nes ist ein lu­xu­riö­ses 4-Ster­ne-Ho­tel in Ki­ga­li. Am Swim­ming­pool son­nen sich man­che Gäs­te im Biki­ni, an­de­re neh­men im of­fe­nen Re­stau­rant bei Weißw­ein ei­ne leich­te Mit­tags­mahl­zeit ein. Nichts deu­tet dar­auf hin, dass an die­sem Ort wäh­rend des Völ­ker­mor­des in Ru­an­da 1268 Tut­si vor mor­den­den Hu­tu-Mi­li­zen Zu­flucht fan­den. Der da­ma­li­ge Ma­na­ger des Ho­tels, Paul Ru­sesa­ba­gi­na, hielt die Schläch­ter mit Geld und Al­ko­hol da­von ab, das Ge­bäu­de zu stür­men und die Tut­si zu tö­ten.
Mit dem Was­ser aus dem Swim­ming-Pool ver­sorg­te er die Ge­flüch­te­ten. Die Ge­schich­te des „ru­an­di­schen Os­kar Schind­ler“ ist ver­filmt wor­den. 2004 kam „Ho­tel Ru­an­da“ in die Ki­nos. Auf un­se­re Nach­fra­ge, ob es ei­ne Ge­denk­ta­fel oder ähn­li­ches im Ho­tel ge­be, die an die Ret­tungs­ak­ti­on 1994 er­in­ne­re, wehrt ein Ho­te­l­an­ge­s­tell­ter ab. „Nein, nein, das ist Ver­gan­gen­heit. Wir schau­en hier nach vor­ne.“ Nur auf dem Park­platz weist ei­ne klei­ne Ge­denk­stät­te mit der Bot­schaft „Ne­ver agai­n“ auf das his­to­ri­sche Er­eig­nis hin. Wir müs­sen schon ge­nau hin­schau­en, um sie zu ent­de­cken.

Foto: Stark

22. Ju­ni 2016

Ort der Er­in­ne­rung

Fran­cè­ne Mu­ren­ge­zi In­ga­b­i­re, 12 Jah­re alt:
Lie­b­lingss­port: schwim­men
Lie­b­ling­s­es­sen: Ei­er und Pom­mes
Lie­b­lings­ge­tränk: Fan­ta und Milch
Bes­te Freun­din: mei­ne äl­te­re Schwes­ter Clau­det­te
Bis hier­hin liest sich der Steck­brief des Mäd­chens wie der aus Freun­de­büchern, die in der Schu­le von ei­nem zum an­de­ren ge­reicht wer­den. Aber der letz­te Punkt weicht ab:
To­de­s­ur­sa­che: von ei­ner Ma­che­te zer­hackt

In­mit­ten von Ki­ga­li, im Stadt­teil Ki­so­zi, be­fin­det sich das Ge­no­ci­de Me­mo­rial – ein Mu­se­um über den Völ­ker­mord in Ru­an­da 1994. Im „Raum der Kin­der“ wird der Sch­re­cken der Massa­ker be­son­ders pla­ka­tiv dar­ge­s­tellt. Kin­der­schick­sa­le wie das von Fran­cè­ne oder das der zwei­jäh­ri­gen Au­ro­re Kire­zi, die in der Gi­kon­do-Kir­che bei le­ben­di­gem Leib ver­brann­te, las­sen den Be­su­cher nicht mehr los. Das Mu­se­um ist nicht nur Mu­se­um, son­dern gleich­zei­tig Fried­hof. 250.000 Men­schen lie­gen hier un­ter gro­ßen, schwe­ren Be­ton­plat­ten be­gr­a­ben. Nur ei­ne un­schein­ba­re Ge­denk­wand mit we­ni­gen Na­men er­in­nert an ei­ni­ge der Op­fer. Vie­le der hier be­er­dig­ten Men­schen sind bis heu­te un­be­kannt ge­b­lie­ben.
In nur 100 Ta­gen wur­den über 1 Mil­li­on Tut­si und mo­de­ra­te Hu­tu von fa­na­ti­schen Hu­tu ge­tö­tet. Der Ab­schuss des Flug­zeugs von Prä­si­dent Ha­byar­i­ma­na am 6. April war der Aus­lö­ser. Doch die Ge­walt hat­te sich lan­ge an­ge­kün­digt: durch Het­ze im Ra­dio und in Zei­tun­gen. Be­waff­ne­te Hu­tu er­mor­de­ten Mit­g­lie­der der Tut­si-Min­der­heit, die als pri­vi­le­gier­te Ras­se lan­ge Zeit von den Ko­lo­nial­her­ren be­vor­zugt wur­de. Die Ur­sa­chen für die Es­ka­la­ti­on des Kon­f­likts sind viel­schich­tig. Die Bi­lanz des Völ­ker­mor­des ist ver­hee­rend: über ei­ne Mil­li­on To­te, über 200 000 Tut­si-Flücht­lin­ge, über 300 000 Wai­sen­kin­der.
(Text von Mar­ta Pau­la Wa­jer, Vo­lon­tärin in der mis­sio-Pres­se­s­tel­le, hat die kon­ti­nen­te-Rei­se be­g­lei­tet)

Plastiktüten-Verbot in Ruanda, Reisende werden bei Ankunft auf dem Flughafen von Kigali darauf hingewiesen. Foto: Stark

Plas­tik­tü­ten-Ver­bot in Ru­an­da: Rei­sen­de wer­den be­reits auf dem Flug­ha­fen in Ki­ga­li dar­auf hin­ge­wie­sen.

21. Ju­ni 2016

Mit gu­tem Bei­spiel voran

Schon am Flug­ha­fen von Ru­an­das Haupt­stadt Ki­ga­li macht ei­ne In­fo­ta­fel dar­auf auf­merk­sam, dass das Tra­gen von Plas­tik­tü­ten im „Land der 1000 Hü­gel“ ver­bo­ten ist. Wer ei­ne mit sich führt, mö­ge sie ge­gen ei­ne Pa­pier­tü­te ein­tau­schen. Spä­ter, bei der Fahrt durch die Stadt, fällt auf, dass die Stra­ßen gepf­legt sind. Kein Müll im Gr­a­ben, bepflanz­te Ver­kehrs­in­seln, nir­gend­wo Pa­pier­sch­nip­sel.
Die ru­an­di­sche Re­gie­rung legt gro­ßen Wert auf Um­welt­schutz. Je­weils am letz­ten Sam­tag des Mo­nats ist Umu­gan­da-Tag: Al­le Ein­woh­ner zwi­schen 19 und 65 Jah­ren sind dann zwi­schen acht und elf Uhr auf­ge­ru­fen, ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit zu ver­rich­ten: Stra­ße keh­ren, Bäu­me pflan­zen, Schu­len bau­en, kos­ten­los Di­enst­leis­tun­gen an­bie­ten. Wäh­rend Ge­schäf­te ge­sch­los­sen ha­ben und öf­f­ent­li­che Ver­kehrs­mit­tel nur ein­ge­schränkt fah­ren, brin­gen die Men­schen in Ru­an­da ihr Land in Schuss. Da­bei ist Aufräu­men le­dig­lich ein Zweck des Umu­gan­da-Ta­ges. Im Vor­der­grund steht vor al­lem: ge­mein­sam et­was tun, die ru­an­di­sche Iden­ti­tät stär­ken, Kon­f­lik­te fried­lich lö­sen. Ganz be­wusst hat der Prä­si­dent nach dem Völ­ker­mord die al­te Umu­gan­da-Tra­di­ti­on wie­der­be­lebt, da­mit die Wun­den sch­nel­ler hei­len kön­nen.

Wahlkampfkundgebung der Opposition im Uhuru-Park vor der Skyline von Nairobi/Kenia. Foto: Stark

Wahl­kampf­kund­ge­bung der Op­po­si­ti­on im Uhu­ru-Park vor der Sky­li­ne von Nai­ro­bi/Ke­nia.

20. Ju­ni 2016

Für ei­ne fai­re Wahl

Von ei­nem Aus­sichts­punkt in Nai­ro­bi wol­len wir über den Uhu­ru-Park auf die Sky­li­ne der Stadt bli­cken. Der 1969 von Jo­mo Ke­nyat­ta ein­ge­weih­te Park ist die grü­ne Lun­ge hin­ter dem Fi­nanz­di­s­trikt. Doch an die­sem Nach­mit­tag ist der wei­te Ver­samm­lungs­platz nicht von Ska­tern und Er­ho­lungs­su­chen­den be­völ­kert. Die Op­po­si­ti­on hat zu ei­ner Pro­test­ver­an­stal­tung ge­la­den. Op­po­si­ti­ons­füh­rer Rai­la Odin­ga bringt sei­ne For­de­rung un­ters Volk, un­ter­bro­chen von zu­stim­men­dem Yeah und em­por­ge­reck­ten Fäus­ten sei­ner An­hän­ger.
Im kom­men­den Jahr sind Prä­si­dent­schafts­wah­len in Ke­nia. Für ei­nen fai­ren Ablauf müs­se un­be­dingt die Wahl­kom­mis­si­on IEBC (In­de­pen­dant Elec­to­ral and Boun­da­ry Com­mis­si­on) aus­ge­tauscht wer­den, die für das Aus­zäh­len der Stim­men ver­ant­wort­lich ist, for­dert Odin­ga. Die Op­po­si­ti­on hat je­des Ver­trau­en in die Kom­mis­si­on ver­lo­ren: Mehr­mals in der Ver­gan­gen­heit konn­te IEBC of­fen­sicht­li­cher Wahl­be­trug vor­ge­wor­fen wer­den - et­wa bei den Prä­si­dent­schafts­wah­len 2007. Da­mals lag Odin­ga nach ers­ten Hoch­rech­nun­gen vor­ne. Dann stock­te die Aus­zäh­lung, be­vor we­ni­ge Ta­ge spä­ter der am­tie­ren­de Staats­präs­di­ent Mwai Ki­ba­ki plötz­lich ra­sant auf­hol­te und sch­nell für ei­ne wei­te­re Amts­zeit be­stä­tigt wur­de. Wahl­be­trug kon­sta­tier­ten die 150 EU-Wahl­be­o­b­ach­ter da­mals. Das Er­geb­nis lös­te Un­ru­hen aus. Auch vor der kom­men­den Prä­si­dent­schafts­wahl dürf­ten die po­li­ti­schen Span­nun­gen in Ke­nia noch zu­neh­men.

Foto: Stark

17. Ju­ni 2016

Vom klei­nen Far­mer zum Un­ter­neh­mer

Als Za­cha­ria Gi­tan Njdro­ge vor ei­ni­gen Jah­ren güns­tig ei­nen Hektar Land kauf­te, woll­te er nur sei­ne klei­ne Land­wirt­schaft ver­grö­ß­ern. Zie­gen und Kühe soll­ten auf der neu er­wor­be­nen Fläche wei­den. Dann die Über­ra­schung: Durch Zu­fall ent­deck­te er, dass sich un­ter dem Gras Schich­ten von Vulk­an­ge­stein ver­bar­gen. Ein Glücks­fall für den klei­nen Far­mer. Ke­nias Bau­in­du­s­trie boomt, die Nach­fra­ge nach ge­eig­ne­tem Bau­ma­te­rial ist groß.
Heu­te schaut Njdro­ge von sei­nem Haus in sei­nen Stein­bruch, aus dem von acht Uhr mor­gens bis sechs Uhr abends das Schla­gen, Klop­fen und Häm­mern zu hö­ren sind. Sie­ben Ta­ge die Wo­che, 365 Ta­ge im Jahr. Sei­ne 30 An­ge­s­tell­ten schuf­ten hier für durch­schnitt­lich 400 ke­nia­ni­sche Schil­ling (um­ge­rech­net 3,60 Eu­ro) pro Tag. Sie wol­len nur ei­nes: auf­hö­ren mit die­ser Schin­de­rei, die den Kör­per in nur we­ni­gen Jah­ren ka­putt macht. Län­ger als fünf Jah­re hält es kaum je­mand aus - sagt Njdro­ge. Doch die Ar­bei­ter ha­ben kei­ne an­de­re Wahl.

Autowrack bei Nakuru, Kenia. Foto: Stark

15. Ju­ni 2016

Run­ter vom Gas

Ei­gent­lich be­darf es hier kei­nes er­klä­ren­den Hin­weis­schil­des mehr. Schon von wei­tem ist das Au­to­wrack an ei­nem Kreis­ver­kehr in Na­ku­ru im Süd­wes­ten Ke­nias zu se­hen. Fahr vor­sich­tig, lau­tet die Bot­schaft, sonst er­geht es dir wie dem Fah­rer die­ses Un­glücks­wa­gens. Die un­miss­ver­ständ­li­che, nicht zu über­se­hen­de War­nung scheint Teil ei­ner grö­ße­ren Kam­pag­ne zu sein. An ge­fähr­li­chen Kreu­zun­gen und am Rand neu aus­ge­bau­ter Stra­ßen ent­de­cken wir wei­te­re Au­to­wracks, die die Fah­rer zur Vor­sicht mah­nen. Zu Recht. Zwar ist die Stra­ße zwi­schen Ke­nias Haupt­stadt Nai­ro­bi und Na­ku­ru, der viert­größ­ten Stadt des Lan­des, re­la­tiv gut. Doch set­zen for­sche Fah­rer in teils schrott­rei­fen, hoff­nungs­los über­la­de­nen Fahr­zeu­gen zu abenteu­er­li­chen Über­hol­ma­növ­ern an, die den Atem sto­cken las­sen.
Üb­ri­gens: Ki­lo­me­ter­an­ga­ben sa­gen in Afri­ka kaum et­was über die tat­säch­li­che Fahr­zeit von ei­nem Ort zum an­de­ren aus. Wäh­rend wir für die 157 Ki­lo­me­ter zwi­schen Nai­ro­bi und Na­ku­ru et­wa drei Stun­den be­nö­t­i­gen, brau­chen wir fast eben­so lan­ge, um auf wei­te­ren 30 Ki­lo­me­tern über un­be­fes­tig­te Stra­ßen mit kra­ter­ähn­li­chen Löchern un­se­rem Ziel ab­seits der Haupt­stra­ße ent­ge­gen­zu­krie­chen. Auf der Rück­fahrt se­hen wir ein Au­to im Gr­a­ben lie­gen. Doch die­ser Un­fall ist zum Glück glimpf­lich aus­ge­gan­gen.

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