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Fo­to: Maxym Ma­ru­sen­ko/pa

Ukrai­ni­sche Kir­che löst sich von Mos­kau

Die or­tho­do­xe Chris­ten­heit hat ih­re 15. ei­gen­stän­di­ge Teil­kir­che ge­grün­det. Kir­chen­recht­lich hat da­mit vor al­lem für die Ukrai­ne ein neu­es Zei­tal­ter be­gon­nen: Mit der An­er­ken­nung durch den Öku­me­ni­schen Pa­tri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel ist die or­tho­do­xe Kir­che der Ukrai­ne ei­gen­stän­dig – und nicht mehr dem Mos­kau­er Pa­tri­ar­chat un­ter­s­tellt. Bar­tho­lo­mai­os I., das Eh­ren­ober­haupt der Wel­t­or­tho­do­xie, über­reich­te dem ukrai­ni­schen Me­tro­po­li­ten Epi­pha­ni­us in der Ge­orgs-Ka­the­dra­le in Is­t­an­bul die „To­mos“ ge­nann­te Ur­kun­de, die die Ei­gen­stän­dig­keit be­sie­gelt. Zu­vor hat­ten bei­de die Ur­kun­de un­ter­zeich­net. An­we­send war auch der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Pe­tro Po­ro­schen­ko. Vor al­lem nach der Ann­e­xi­on der Krim-Hal­b­in­sel 2014 durch Russ­land wa­ren die Ru­fe in der Ukrai­ne nach ei­ner ei­gen­stän­di­gen Kir­che lau­ter ge­wor­den. Der Pa­tri­arch von Mos­kau, Ky­rill I., hat­te den Schritt im Vor­feld scharf kri­ti­siert. Die Un­ab­hän­gig­keit der ukrai­ni­schen Kir­che wür­de zu ei­ner Spal­tung der Or­tho­do­xie füh­ren, so Ky­rill I. Der Au­ßenamts­chef des Mos­kau­er Pa­tri­ar­chats, Me­tro­po­lit Hi­la­ri­on, be­fürch­tet so­gar ei­ne „Jahr­zehn­te oder Jahr­hun­der­te an­dau­ern­de“ Spal­tung der or­tho­do­xen Kir­che.
Zu der neu­en Kir­che hat­ten sich im De­zem­ber in Kiew zwei Kir­chen zu­sam­men­ge­sch­los­sen, die sich 1921 be­zie­hungs­wei­se 1992 von Mos­kau ab­ge­spal­ten hat­ten. Künf­tig gibt es in der Ukrai­ne zwei gro­ße or­tho­do­xe Kir­chen: die neue „Or­tho­do­xe Kir­che der Ukrai­ne“ mit dem 39 Jah­re al­ten Me­tro­po­li­ten Epi­pha­ni­us an der Spit­ze, die nun von Kon­stan­ti­no­pel als Na­tio­nal­kir­che der Ukrai­ne an­er­kannt ist, und die Mos­kau un­ter­s­tell­te „Ukrai­ni­sche Or­tho­do­xe Kir­che“. Rund 70 Pro­zent der ukrai­ni­schen Chris­ten sind or­tho­dox.
Das Ober­haupt der mit Rom ver­bun­de­nen grie­chisch-ka­tho­li­schen Kir­che der Ukrai­ne wünscht sich ei­ne Wie­der­ve­r­ei­ni­gung mit der neu­en or­tho­do­xen Kir­che. Ein Zu­sam­men­ge­hen sei auf lan­ge Sicht nicht uto­pisch, sag­te der Kie­wer Gro­ßerz­bi­schof Swja­toslaw Schewt­schuk in ei­nem TV-In­ter­view.

KNA/Franz Jus­sen

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