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Magazin > Aktuelles Heft > Wortwechsel
WAS MEINEN SIE?Kann der Glaube heilen?Schwester Willigard ist unheilbar an Krebs erkrankt. Die erfahrene Krankenschwester aus dem Ruhrgebiet lehnt eine Chemotherapie ab. Trotzdem sieht
sie gelassen in die Zukunft: „Wenn Gott es will“, sagt die Ordensfrau aus tiefgläubiger Überzeugung, „dann werde ich diesen Krebs
überleben.“ Viele Freunde beten für ihre Heilung. Sie rechnen auf Gottes machtvolles Eingreifen und glauben an sein Heilshandeln an einem
Menschen, der in den Augen der Medizin nicht mehr zu retten ist. Manch einer findet so etwas naiv. Kann der Glaube heilen? Immer mehr Wissenschaftler
interessieren sich für diese Frage. Besonders angesichts sogenannter Spontanheilungen von Krebserkrankungen, auch wenn sie sich weltweit nur 20 bis 30
Mal pro Jahr ereignen. Ratlos und staunend stehen Ärzte vor solchen Heilungswundern. Noch entziehen sie sich der logischen Beweisführung. Aber viele
glauben lieber an eine Art Placeboeffekt, also an einen psychischen Trick zur Mobilisierung der Selbstheilungskräfte als an das Eingreifen einer höheren
Macht. Die lässt sich eben nur schwer in ein naturwissenschaftliches Weltbild integrieren. In anderen Kulturen stehen Glauben und Heilung in
selbstverständlichem Zusammenhang. Auch viele charismatisch-christliche Kirchen in Afrika und Südamerika stellen das Heilungsgebet in den Mittelpunkt.
Und die katholische Kirche erkennt zahlreiche Fälle von Wunderheilungen an, wie sie sich etwa in Lourdes bis heute ereignen. „Dein Glaube hat dir
geholfen“, sagt Jesus zu dem Blinden im Markusevangelium. Heilung durch Spiritualität und Glauben ist nach Ansicht des Medizinprofessors Linus
Geisler „mehr als nur die Mobilisierung eigener heilender Kräfte.“ Wer glaubt, setzt auf die göttliche Gnade, „und dieser Glaube ist
das, was heilt oder lindert“.
Was meinen Sie dazu? Schreiben Sie uns:
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