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REPORTAGE



Hoffnung für Haiti

Als auf Haiti am Jahresbeginn die Erde bebte, verlor mindestens eine Viertelmillion Menschen ihr Leben und Unzählige ihre Gesundheit und ihr Zuhause. Father Tom Hagan und Schwester Lisa Valentini stehen ihnen bei und finden dabei neue Einsichten in das Kreuz Christi.

Text und Fotos: Claudia Henzler

   

Der Schweiß klebt an seiner Haut, als er mit rasendem Herzklopfen erwacht. Father Tom Hagans Herz scheint davongaloppieren zu wollen. 68 Jahre hat er nun schon hinter sich gebracht. Die letzten 23 Jahre nonstop in Haiti. Er braucht einen Moment um sich zu fangen. Noch scheint sich sein Kopf zu drehen. Father Tom fühlt sich von Albträumen verfolgt. Weiß manchmal kaum, was Traum und was Wirklichkeit ist. „ Wo bin ich?“, fragt er sich. Einen Moment später sieht er wieder klar: Er ist in seiner kleinen Notbehausung in der Straße Delmas 33, nahe Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis.

Zeltstadt: Notunterkünfte werden das Stadtbild von Port-au-Prince noch lange prägen. Die Menschen hausen unter einem Gewirr von Plastikplanen.

Seit dem Erdbeben am 12. Januar wohnt er im Zelt. Das Priesterseminar, in dem er zuvor lebte, ist vom Erdboden verschwunden. Nicht einmal Berge von Schutt sind mehr vorzufinden. Nur einige Kacheln auf dem Erdboden erinnern an den Ort, wo noch im Januar das Gebäude stand. Jetzt gibt es zum Leben nur ein Provisorium unter freiem Himmel. Und zwei Gräber im Garten. Zwei Seminaristen, die Oblaten-Kandidaten Rochelnor Registre und Innocent Whisney Lusson, haben das Erdbeben nicht überlebt.

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