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Kochen

Freund der subtilen Gewürze: Michael Grübnau, 45, Chef im „Orinoco“.

AUS DER KÜCHE SÜDAMERIKAS:
Kuba-Flair am Hafenbecken

Fotos: Ehling; Krüger

Juan kam einst aus dem fernen Kuba nach Duisburg. Ein Gastarbeiter, der sich im trüben Kohlenpott nicht mit Pommes und Currywurst zufrieden geben wollte. Unweit des Zusammenflusses von Rhein und Ruhr, nahe dem weltgrößten Binnenhafen, eröffnete er ein Speiselokal. Er benannte es nach dem längsten Fluss Südamerikas: „Orinoco“. Es gab Tequila vom Fass und Enchiladas, Möbel vom Sperrmüll und Che Guevaras Konterfei an der Wand. Das ist 18 Jahre her. Heute ist das „Orinoco“ vor allem eins: Kult. In dem urgemütlichen Restaurant treffen sich Schauspieler und erwachsen gewordene Punks, brasilianische Arbeiter von Thyssen und Freunde des Tequilas. Für Michael Grübnau ist das „ Orinoco“ ein „magischer Ort“ und er liebt sein Ambiente im „Patchworkstil“. Der 45-jährige gebürtige Berliner trat 2004 das Erbe von Juan an. Nach guter Ruhrpott-Sitte, wo Einflüsse vieler Kulturen zusammenfließen und zu etwas Neuem werden, reichert der Koch die südamerikanische Speisekarte mit deutschen Geschmäckern und asiatischen Gewürzen an. „Mich reizen subtile Gewürze, die man nicht sofort deuten kann“: Galgant und Thaibasilikum, Limettensirup und Chiliöl. Den Gästen mundet es, manche kommen eigens wegen des pikanten Rindfleischsalates (s. Rezept), andere wegen der mexikanischen Biersorten. Und weil das „Orinoco“ allabendlich aus den Nähten platzt, ist es im Kulturhauptstadtjahr umgezogen: Natürlich nicht ohne Aquarium und das übrige kultige Ambiente.  vb
www.restaurant-orinoco.de

 

Rindfleischsalat nach „Orinoco“-Art

Rindfleischsalat nach „Orinoco“-Art.

Zubereitung

1. Möhren und Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Die Kenia-Böhnchen putzen und blanchieren. Ingwer (Galgant) und Knoblauch schälen und klein schneiden. Die Chilischote halbieren entkernen und ebenfalls klein schneiden.Die Tomate würfeln.
2. Das Rindfleisch in feine Streifen schneiden und zusammen mit den Kaffir-Limettenblättern in etwas Öl scharf anbraten, aus der Pfanne nehmen und beiseite legen.
3. In der noch heißen Pfanne die Zwiebeln anbräunen, anschließend Möhren, Ingwer (Galgant), Knoblauch und Chili hinzugeben und das Ganze mit Limetten-Juice, Balsamico-Essig und etwas Wasser ablöschen. Mit Salz abschmecken und kurz aufkochen lassen.
4.  Dann Böhnchen,Tomaten-Würfel und schließlich das Rindfleisch hinzugeben. Alles nochmals kurz aufkochen lassen. Zum Schluss den Koriander beziehungsweise Thai-Basilikum darüber zupfen.
Das Gericht wird auf geschnittenem Eisbergsalat angerichtet, mit Limettenecken verziert und warm serviert.

Zutaten (für 4 Personen):

600 g Rinderhüfte
1 große Gemüsezwiebel
1 große Möhre
2 Handvoll grüne Bohnen (Kenia-Böhnchen)
1 Knolle Ingwer oder Galgant (gibt es im Asialaden)
etwas Knoblauch
etwas frischer Chili
ca. 8-10 Kaffir-Limettenblätter (Asialaden)
frischer Koriander oder Thai-Basilikum
2 Limetten
Balsamico-Essig
4 cl Lime Juice (Limettensirup)
1 Kopf Eisbergsalat
2 Tomaten
Salz, Öl
 

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