Jamaikas barmherzige Brüder

Fotos: Fritz Stark

Selbst die kriminellsten Banden in Kingston können sie nicht davon abhalten: Tag für Tag schwärmen im gefährlichsten Viertel der Hauptstadt Jamaikas Dutzende junger Ordensleute aus, um Ausgestoßenen zu helfen.

So schnell lässt sich Bruder Maximo Medina, 40, durch Nichts aus der Ruhe bringen. Eigentlich wird sein Geschick jetzt dringend bei seinen Mitbrüdern gebraucht, die damit begonnen haben, den maroden Dachstuhl des Häuschens abzureißen, in dem Jay Thomas, 52, und ihre zwölfjährige behinderte Tochter Daisha leben. Doch mit einer Engelsgeduld hört sich der stämmige Belizer, den alle nur Max rufen, die Bitten und Sorgen der Frauen an, die ihn umringen, seit der Lastwagen der „Missionare der Armen“ mit den Wellblechen in der Straße eingetroffen ist. Die Wunschliste der Damen ist lang: Der Einen würden ein paar Lebensmittel reichen, eine Andere hofft, dass auch der Dachstuhl ihres Hauses bald von den Brüdern repariert werden kann, und eine Weitere fleht den Bruder an, ihrer verwirrten Mutter einen Platz im Altersheim zu geben. Sorgfältig notiert Bruder Max Anliegen und Adressen. In den kommenden Wochen werden er und seine Mitbrüder jedem einzelnen Hilferuf nachgehen, verspricht er.      


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